Hitzewallungen/Schweißausbrüche/Zyklusstörungen:

Diese Beschwerden können mit Mönchspfefferextrakten (Vitex agnus castus) und Traubensilberkerzenextrakten (Cimicifuga racemosa) behandelt werden. Für beide Pflanzenauszüge konnte eine hormonähnliche Wirkung nachgewiesen werden. Insbesondere für die Traubensilberkerze liegen kontrollierte Vergleichsuntersuchungen vor, die belegen, dass nach etwa 4 Wochen in 60-80% der Fälle Symptome wie Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Zyklusstörungen, Konzentrationsstörungen, und Reizbarkeit gebessert werden. Der Mönchspfeffer hat eine schwach gestagenähnliche Wirkung, während Cimicifuga sogenannte Phytoöstrogene enthält, die um den Faktor 1000 schwächer wirksam sind als das körpereigene Östrogen, aber durch Beeinflussung des Hormonregelkreises Wechseljahresbeschwerden abschwächen.
Sollen gleichzeitig leichte depressive Verstimmungszustände behandelt werden, bietet
sich die Kombination von Johanniskraut mit Traubensilberkerze an.

Soja-Produkte, wie die Sojabohne, Sojamilch etc. werden immer intensiver im Hinblick auf ihre Wirksamkeit bei der Behandlung von Wechseljahresbeschwerden untersucht. Grund dafür ist die Beobachtung, dass Frauen in Asien, wo Sojaprodukte zu den Grundnahrungsmitteln gehören, weniger Wechseljahresbeschwerden haben und seltener an der koronaren Herzkrankheit und an Brustkrebs erkranken, als europäische und nordamerikanische Frauen. Man nimmt an, dass die im Soja enthaltenen Isoflavone, die zu den Phytoöstrogenen gehören, diese günstigen Effekte mitbewirken. Empfohlen wird eine tägliche Menge von 75 mg Isoflavonen, was etwa einer Tasse Tofu, einer Tasse frischer oder einer halben Tasse getrockneter Sojabohnen entspricht.
Eine besonders günstige Eigenschaft der Pflanzenhormone ist, dass sie keine wesent-liche wachstumsfördernde Wirkung auf das Brustgewebe und die Gebärmutter-schleimhaut haben.

Auch der Rotklee (Trifolium pratense) und ein aus dem Rhabarber (Rheum raponticum) gewonnener Wurzelextrakt werden bei klimakterischen Beschwerden eingesetzt. Wie Untersuchungen ergeben haben, enthält der Rotklee noch höherer Konzentrationen an pflanzlichen Östrogenen, als die Soja-Produkte, was eine größere Wirksamkeit vermuten läßt. Sein Wert bei der Behandlung von klimakterischen Beschwerden ist aber noch nicht eindeutig geklärt und wird zur Zeit intensiv untersucht. Der Rhabarberextrakt enthält als östrogenähnlich wirkende Bestandteile die Rhaponticoside und wird bei Hitzewallungen, Schweißausbrüchen, zusätzlich noch bei Schleimhauttrockenheit, Reizbarkeit und Schwindel eingesetzt. Zur Zeit ist nur ein verschreibungspflichtiges Präparat im Handel.

Ein Mittel aus der Hausapotheke ist der Salbei (Salvia officinalis), der sowohl als Fertigarzneimittel gegen übermäßiges Schwitzen eingenommen werden kann, oder auch als Blätterextrakt für Hautwaschungen einsetzbar ist. Der Salbei hat eine zusammenziehende (adstringierende) Wirkung auf die Schweißdrüsen und verringert so die Schweißproduktion. Ganz wichtig ist, dass der Salbeitee auf gar keinen Fall länger als zwei Wochen durchgehend getrunken werden darf, weil das enthaltene Thujon (ein Bestandteil des ätherischen Öls) starke Magen-Darm-Krämpfe verursachen kann.

Auch eine homöopathische Behandlung ist denkbar, wobei es entsprechend dem Krankheitsverständnis der Homöopathie nicht sinnvoll ist, nur an einer Stelle in die Gesamtregulation der miteinander verbundenen Organfunktionen einzugreifen.
Eine homöopathische Behandlung bietet eine ganzheitliche Therapie. Einzelne
Beschwerden, wie Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Depressionen werden
nicht isoliert betrachtet, sondern im Zusammenhang gesehen.
Hormonelle Veränderungen sind nur mit einer Medikation über einen längeren Zeitraum zu beeinflussen. Die Einnahme des homöopathischen Arzneimittels sollte mindestens vier Wochen betragen, ist bis dahin kein Behandlungserfolg erkennbar war das Mittel falsch.
Homöopathika, die in Frage kommen sind Cimicifuga, Lachesis, Pulsatilla, Sanguinaria, Sepia und Sulfur, jeweils in der D12-Potenz. Entsprechend dem Beschwerdebild wird das geeignete Präparat ausgewählt und mit einmal täglich 5 Globuli dosiert.
Einige Anwendungsmöglichkeiten sind im Folgenden beispielhaft aufgeführt.

Cimicifuga: bei depressiver und hysterischer Grundhaltung.
Lachesis bei Empfindlichkeit gegen Berührungen und Druck von
Kleidung.
Sanguinaria: bei fliegender Hitze mit Hautrötung.
Sepia: bei Reizbarkeit und launischem Wesen.

Auch von einem homöopathischen Komplex-Präparat (Cimicifuga, Sepia, Strychnos, Sanguinaria, Lachesis) ist in einer interessanten Studie nachgewiesen worden, dass es in fast 57% der Fälle die Beschwerden bessern konnte.

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